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Sep 20 2011

The Elder Scrolls III: Morrowind

Morrowind ist ohne Übertreibung das so ziemlich umfangreichste Spiel, dass ich je gespielt habe. Diese Tatsache und der Umstand, dass ich ein recht genauer Mensch bin, der sich gerne viel Zeit für die Erforschung einer Spielumgebung nimmt, machen dieses Let’s Play vermutlich zu dem längsten, dass ich je in Angriff nehmen werde.

The Elder Scrolls III – Morrowind ist, wie der Titel schon sagt, der (offiziell) dritte Teil der erfolgreichen Rollenspiel-Serie „The Elder Scrolls“ aus dem Hause Bethesda Softworks. Er wurde im Mai 2002 für den PC und ein paar Monate darauf für die Xbox veröfftenlicht. Publisher beider Versionen ist Ubisoft.

Ich spiele in meinem Let’s Play die aktuellste deutsche PC-Version ohne Add-ons, Mods, Cheats oder ähnlichem Firlefanz. Einfach das schöne alte Vanilla-Morrowind.

Hier geht’s Zur Playlist auf YouTube:

Let's Play Morrowind-Playlist auf YouTube

Wer gerne mehr über Morrowind erfahren würde, bevor er sich das Let’s Play ansieht oder das Spiel gar kauft, für den habe ich meine Meinung hier niedergeschrieben:

Was macht Morrowind so besonders?
Obwohl das Spiel sehr viele Bugs hatte und leider immer noch hat, sticht das Spiel sogar noch heute (oder besser gerade heute?) durch seinen bereits angesprochenen immensen Umfang hervor. Die nahezu uneingeschränkte Handlungsfreiheit, sowohl in der Charakterentwicklung, als auch in der Erkundung der riesigen Welt, setzten Maßstäbe die in diesem Ausmaß nie wieder erreicht wurden.
Die Entwickler von Bethesda Softworks folgten dem Prinzip: „Wenn du es sehen kannst, kannst du es auch betreten.“, ein Motto, dass sie sich auch für die nachfolgenden Teile der Serie zu Herzen genommen haben.
Dieses barrierefreie  Spielerlebnis hat natürlich seinen Preis.
Features wie zum Beispiel gesprochene Dialoge, wie man sie zu dieser Zeit bereits aus Spielen wie Gothic kannte, konnten für die schier unglaubliche Masse an NPCs in Morrowind nicht realisiert werden. So geben NPCs zwar hin und wieder ihrer Rasse und ihrem Geschlecht entsprechende Sätze von sich, die man aber im Laufe des Spiels geschätzte hundert Mal hört. Die Dialoge selbst beschränken sich auf gute alte Textfenster. Wer sich also davor scheut mehr zu lesen, als er es je zuvor in einem Spiel, seit der Einführung der Sprachausgabe getan hat, der verpasst zwar einige nette Unterhaltungen und eine sehr interessante Geschichte, aber für den ist Morrowind vermutlich nicht das richtige Spiel.
Denn Morrowind lebt von Texten. Wer sich durch Textfenster klickt ohne sie zu lesen, der wird nie genau verstehen um was es geht, was er zu tun hat und vor allem, erfährt er nie von der ausgeklügelten Historie, die die Entwickler extra für ihre Spielwelt gestrickt haben. Und nein, ich rede hier nicht von ein paar Sätzen á la „Vor ein paar Jahren war ein Krieg und der Anführer der bösen wurde verbannt und jetzt ist er wieder da.“ Ich rede hier von einer Geschichte, mit der man sich, dank ihrem Detailreichtum stundenlang beschäftigen kann. Und man kann wirklich, denn überall in Morrowind findet man Bücher und Schriftrollen, die über die Vergangenheit der Region berichten.

Morrowind reizt die Grenzen des Möglichen aus.
Aber leider wird das dem Spiel auch ein wenig zum Verhängnis. Denn eine Spielwelt dieser Größe will auch belebt sein und obwohl es Unmengen an NPCs gibt, halten sich diese leider vorrangig in den Städten der Region auf, wodurch die riesigen Landstriche zwischen den Städten leer und leblos wirken. So findet man zwar ab und an kleine Banditenlager oder einen einsamen NPC am Wegrand, der einem eine Quest aufwartet, doch abgesehen davon findet man nur Monster, die mit der Zeit eher an den Nerven als an den Lebenspunkten nagen. (Stichwort Klippenläufer)
Die wahren Monster warten in den Höhlen, Gruften und Ruinen, deren Entdeckung und Erforschung das einzige ist, was den langen Fußmärschen durch die Weiten Morrowinds etwas Spannung verleiht.

Außerdem könnte es manchen Spielern passieren, dass ihnen die Handlungsfreiheit auf den Kopf fällt. Denn welche Quests man macht, wann man sie macht und wie man sie macht bleibt voll und ganz dem Spieler überlassen. Es gibt derartig viele Side- und Gildenquests, dass man viele unterhaltsame Stunden mit dem Spiel verbringen kann, ohne auch nur ansatzweise etwas über die eigentliche Story des Spiels zu erfahren. Und warum auch nicht? Vielleicht will man ja auch nicht der Held sein, der die Welt rettet. Schließlich gibt es ja genug anderes zu erledigen und zu entdecken. Und das ist auch gar nicht so dumm, denn das Spiel bereitet einen nicht auf das vor was kommt. Das muss man schon selbst tun. Es kann durchaus vorkommen, dass man sich ein wenig zu früh an eine Quest heranwagt und feststellen muss, dass man gegen die Gegner, die sich einem im Zuge dieser in den Weg stellen nicht den Hauch einer Chance hat. Dann heißt es eben weiter trainieren, Skills sammeln und sich vor dem nächsten Versuch besser vorbereiten. Eigeninitiative ist gefragt, denn das ist hier ja kein Kindergarten.

Apropos Vorbereitung:
Morrowind erlaubt es dem Spieler sich eine riesige Sammlung von Waffen, Zaubern, Spruchrollen und Tränken zuzulegen. Man kann sich (mit kleinen Einschränkungen) sogar eigene Sprüche und Tränke erstellen oder seine Waffen und Gegenstände mit Zaubern belegen. Das alles geht sehr einfach (wenn auch teilweise ein wenig unübersichtlich). Aber auch hier steht die Handlungsfreiheit des Spielers im Vordergrund. Wer glaubt es wäre nett einen Zauber zu besitzen, der mehr Manapunkte verbraucht als man je haben wird, dem stellt sich bei der Erstellung eines solchen Zaubers nichts in den Weg, vorausgesetzt man Besitzt die nötigen finanziellen Mittel. Und auch mit seinen Charakterwerten kann man mittels Alchemie ein wenig tricksen, zumindest vorübergehend.

Zusammenfassend kann ich sagen:
Ja, Morrowind hat viele Fehler, doch die Dinge die es richtig macht überwiegen eindeutig. Bethesda Softworks hat hier einen ganz großen Titel abgeliefert, der auch knapp 10 Jahre nach seinem Release zu Recht noch eine riesige Fanbase hat. Ich bin mir sicher, dass es mit dem Voranschreiten der technischen Entwicklung irgendwann möglich sein wird, ein Spiel mit ähnlichen Ausmaßen und zeitgemäßer Grafik zu produzieren, aber darauf wird man noch ein paar Jährchen warten müssen. Vor allem weil die Industrie ja momentan nach dem Motto „weniger ist mehr“ vorgeht und aktuelle Spieletitel tendenziell immer kürzer werden.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

The Elder Scrolls IV: Oblivion >>

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1 Kommentar

  1. Marec von Blutburg

    Morrowind zählt mit Gothic 2 zu dem besten Spiel was ich je in meinem kurzen Leben (bin 14) gespielt. Habe die Welt, die Charaktere und die Geschichte von Elder Scrolls faziniert mich immer aufs neue und man kann viel entdecken.

    Btw, machst echt gute LPs, Christoph!!!

    VALETE!
    Marec

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