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Dez 03 2011

Silent Hill: Homecoming

Silent Hill: Homecoming ist der sechste Teil der erfolgreichen Silent Hill-Reihe und markiert gleichzeitig einen wichtigen Punkt in der Geschichte der Serie. Mit Homecoming hielt die Serie Einzug in die siebente Konsolen-Generation. Wie auch schon der Vorgänger „Origins“ (Climax Studios) wurde Homecoming nicht von dem japanischen Entwickler-Team ‚Team Silent‘ entwickelt. Stattdessen wurde die Entwicklung an das amerikanische Team ‚Double Helix Games‘ abgegeben.

Viele Fans befürchteten schon vor der Veröffentlichung des Spieles, dass sich dieser Wechsel negativ auf das Spiel und seine Story auswirken würde, da Silent Hill in gewisser Weise immer ein Aushängeschild des, für Japan typischen psychologischen Horrors war. Nachdem das Spiel 2008/2009 für PS3, XBox 360 und PC erschien, sahen sich ebendiese Fans in ihrer Vermutung bestätigt

Aber lassen wir uns nicht einfach die Meinung anderer aufdrücken. Bilden wir uns einfach eine eigene:

Homecomings Hauptcharakter heißt Alex Shepherd, ein Soldat der nach seiner Heimkehr aus dem Krieg eine gewisse Zeit in einem Militärkrankenhaus verbrachte und nun wieder in seine Heimatstadt Shepherd’s Glenn zurückkehrt. Eigentlich wollte er seiner Familie nur einen Besuch abstatten, doch als ihm seine katatonische Mutter mitteilt, dass sein Bruder Joshua verschwunden ist, begibt er sich auf die Suche. Spätestens hier wird klar, dass in der kleinen Stadt etwas ganz und gar nicht stimmt. Und das liegt nicht nur daran, dass der Ort verlassen scheint und so wirkt, als ob er in der Vergangenheit feststecken würde. Horden von Monstern durchstreifen die Straßen und wollen Alex an’s Leder.
Kurzum: Silent Hill eben.

Im großen und ganzen folgt Silent Hill: Homecoming also einer aus früheren Teilen bekannten Formel: Protagonist sucht verschwunden Verwandten in Silent Hill. Das ist der Stoff aus dem die Albträume sind. Es sind jedoch die einzelnen Fasern, die einen Stoff qualitativ auszeichnen und deshalb nehmen wir das ganze mal etwas genauer unter die Lupe.

Eine der großen Neuerungen, im Vergleich mit vorhergehenden Teilen der Serie, ist das neue Kampfsystem. Da Alex Shepherd ein ehemaliger Soldat ist, scheint es durchaus realistisch, dass dieser, anders als vergangene Protagonisten, eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Waffen aufweist. So fallen Kämpfe in Homecoming deutlich actionorientierter aus. Der Spieler hat nicht mehr nur die Wahl anzugreifen oder zu blocken, sondern kann nicht nur ausweichen, sondern auch leichte und schwere Attacken ausführen, die, in bestimmter Abfolge ausgeführt, zu einer Art Combo werden.

Dadurch ergibt sich jedoch ein relativ schwerwiegendes Problem: Die Gegner verlieren einen großen Teil ihrer Bedrohlichkeit. Hätte ich in Silent Hill 3, bewaffnet mit einem Messer, einen Raum mit drei Nurses betreten…
Nun ja, sagen wir mal ich hätte ein kleines Problem gehabt.
In Silent Hill: Homecoming kann man eine solche Begegnung mit richtigem Timing jedoch problemlos überstehen. Und zwar ohne auch nur einen Treffer zu kassieren. In Folge dessen, entscheidet man sich nur sehr selten dafür einfach vor Gegnern wegzulaufen, was in vorherigen Teilen eigentlich eher die Regel, als die Ausnahme war.

Ein weiterer Faktor, der die Bedrohlichkeit der Umgebung untergräbt, ist, dass man in Shepherd’s Glenn an jeder zweiten Ecke auf Bewohner der Stadt trifft, die scheinbar keine Ahnung haben, was vor sich geht und sich nicht unbedingt besorgt über den Zustand ihrer Heimat zeigen. Das Gefühl von Isoliertheit, dass in vorhergehenden Teilen eine große Rolle gespielt hat fällt flach.

Die Folge dieser beiden Punkte ist, dass die ansonsten recht stimmige Atmosphäre sehr leidet und man relativ unbedacht durch die Spielwelt streifen kann. Diese fällt, zumindest auf dem PC, teilweise ziemlich bugreich aus. Ganz abgesehen davon, dass das Spiel gerne hin und wieder abstürzt, bleibt Alex ab und zu an unsichtbaren Hindernissen hängen, tut sich schwer damit Türen zu öffnen oder stirbt, weil das Spiel in einem Quicktime-Event während eines Kampfes keine Tastendrücke registriert. (Das ist mir bisher 3 Mal passiert.)

Quicktime-Events gibt es übrigens mehrere. Oftmals muss man wie belämmert auf der Maus herumhämmern, um ein scheinbar organisches Material zu durchschneiden, dass den Weg versperrt. Ich selbst hasse Quicktime-Events, vor allem wenn sie so sinnlos sind wie hier.

Wovon es in dem Spiel, zumindest in der PC-Version, auch mehrere gibt, sind Bugs. Alle paar Minuten friert der Bildschirm ein. Oft dauert es Minuten bis der Speicherscreen geladen wird (wie ironisch…). Alex bleibt gerne mal irgendwo hängen, die Framerate bricht ohne Vorwarnung massiv ein und steigt bis zu einem Neustart nicht mehr an. Und dann natürlich der Klassiker: Das piel stürtzt einfach ab. All diese Bugs stellten eher die Regel, als die Aunahme dar, was für ein Spiel, das bei Release ca. 50 Euro gekostet hat, nicht tragbar ist, vor allem weil bis heute, 4 Jahre später, keine Updates erschienen sind, die diese Fehler beheben.

Auf die Story und die Charaktere möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da ich Spoiler vermeiden will, aber soviel sei gesagt: man darf sich nicht viel erwarten.

Wer etwas ausführlicher hören will, was das Spiel meiner Meinung nach alles falsch macht und warum es unter’m Strich der bisher schlechteste Silent Hill-Titel ist, der kann sich gerne das Fazit zu meinem LP ansehen, aber Achtung: Spoiler!

YouTube Preview Image

 

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